F.A.Z. Gesundheit

F.A.Z. Gesundheit

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00:00:04: Willkommen zu einer neuen FAZ.

00:00:06: Gesundheits-Podcast Ausgabe.

00:00:09: Sie wissen schon, wie ich jetzt hier mir wieder gegenüber sitzen habe?

00:00:12: Hallo David!

00:00:12: Schön, dass du da bist.

00:00:14: Hallöre Zier.

00:00:15: Alle die uns zum ersten Mal zuhören – David ist mein Audio-Petrusor, wie immer sage und wir gucken immer gemeinsam ein bisschen auf die gesellschaftliche Relevanz des Themas was ich dann mit meinen Naher-Expertinnen oder meinem Experten bespreche.

00:00:29: Diesmal ist es, würde ich sagen, medizinisch-gesellschaftlich wieder sehr relevant.

00:00:33: Es geht nämlich um Hüftgelenksoperationen die in Deutschland über zweihunderttausend Mal im Jahr stattfinden und da kann jetzt jeder für sich selbst mal runterrechnen wie oft dann am Tag in Deutschland eine Hüfte oder ein Hüfftgelenkersatz eingesetzt wird.

00:00:49: Ich würde mir jetzt direkt denken das erst einmal gute Nachricht.

00:00:52: wahrscheinlich hat der Arzt der das irgendwann mal bei mir machen wird bis dahin sehr viel Routine sammeln können

00:00:57: Genau, aber die entscheidende Frage ist ja, brauchst du das am Ende wirklich oder wird es viel zu oft gemacht?

00:01:01: Weil wir damit Geld verdienen und die Ärzte ... Das dann relativ rutiniert schnell mal machen.

00:01:08: Ja, du hast gerade gesagt, am Ende.

00:01:10: Dabei ist es hier meistens gar nicht mehr das Ende wenn man das bekommt oder gerne hätte, sondern eher eine Verlängerung.

00:01:19: Das Lebens- oder das Gehens?

00:01:21: Wahrscheinlich geht's dann länger!

00:01:24: Und ich will auf diese Aspekte raus dass sich das Alter da auch so gewandelt hat in der Wahrnehmung.

00:01:31: Also die Greise, die man früher kannte aus den Bildern, aus den, ich sag jetzt mal Epochen vor unserer Zeit... Da sahen die Menschen ja schon mit Fünfzig, Sechzig teilweise total alt aussiedig gezeichnet wurden natürlich auch vom Leben oft von der schweren Arbeit auf dem Land aber da war klar, da kommt eigentlich nicht mehr viel.

00:01:52: Das ist alter Krankheit, Sichtum hat man das auch genannt Während hingegen heute gesagt wird Lebensqualität, Mobilität, Reisen, Unternehmungen.

00:02:03: Also es wird eine Perspektive aufs Alter gelegt.

00:02:07: wo ich mich oft frage ist das nicht so ne Projektion von uns allen wenn wir im Arbeitsleben stecken und dazdenken eines Tages dann?

00:02:16: Und es ja eigentlich ganz tröstlich zu wissen dass selbst wenn die Hüfte bis dahin vielleicht nicht mehr so toll mitmacht da kann man was machen.

00:02:24: Interessanter Gedanke.

00:02:25: Und er spielt ja darauf an, dass wir gleich hören werden.

00:02:28: die Frage eben ob es einen Sinn macht eine neue Hüfte einzusetzen oder nicht hat mit der eigenen Bewertung auch der Lebensqualität zu tun.

00:02:35: also mein Experte wird uns schon auch sagen Es gibt natürlich medizinisch objektive Kriterien aber es gibt eben auch Die persönliche Lebenseinstellungen.

00:02:44: Also will ich jetzt noch ne Weltreise machen und noch auf Berge Klettern und ist das so wichtig für mein wohlbefinden?

00:02:52: Oder bin ich jemand, der jetzt das Gegenteil wahnsinnig gerne Bücher liest und eigentlich nur noch einmal am Tag eine kleine Treppe hoch muss?

00:02:58: So.

00:02:58: Das spielt auch eine Rolle, ob man diesen Eingriff, der ja schon ein großer Eingriffe macht ... Aber ich rede mit dem Experten nicht nur über die Frage, wann ein Hüftgelenk Sinn macht oder was nicht, sondern ... Es gibt ja aktuell politischen Aufhänger.

00:03:13: Dann ist das eine der ersten Eingriffe, die nach der neuen Gesundheitsreform, so ist es geplant, eine verpflichtende Zweitmeinung brauchen.

00:03:22: Bisher durfte ich mir immer eine Zweit-Meinung einholen – das ist ja logisch!

00:03:26: Aber hier darf die OP erst erfolgen, wenn ich zwei unterschiedliche Ärzte gesprochen habe und die mir im Prinzip dazu geraten haben, dass wir darüber geredet haben.

00:03:37: Was mich dann noch interessieren würde als Frage an dich Dahinter steckt ja neben der politischen Absicht, dass man sagt vielleicht verhindern wir so diese große Menge weil es zu schnell operiert wird.

00:03:48: Ich finde ich stecke dir auch eine Patientenperspektive dahinter nämlich wie vertraue ich eigentlich und wann ist für mich eine Entscheidung mit einem Arzt ein Richtige?

00:03:58: Wie siehst du das?

00:03:59: Wie oft würdest du dir gerne zweite Meinungen holen?

00:04:01: oder was macht für dich eine ärztliche... miteinander eine ärzliche Entscheidung aus?

00:04:07: Ja, ich glaube es ist immer sinnvoll sich eine zweite Meinung einzuholen wenn man nicht sicher ist.

00:04:13: und was ist Sicherheit?

00:04:14: Das ist halt auch so.

00:04:15: ne Frage da geht zum Definition.

00:04:18: Ich weiß nicht wie man so eine Operation durchführt.

00:04:22: Ich habe das doch nie gemacht.

00:04:23: Ich hab das nie gesehen.

00:04:24: Ich kenne jetzt auch in meinem näheren Umfeld niemandem.

00:04:28: Ich denke die zweite Meinung von jemandem der wirklich tolle Erfahrungswerte hat einzuholen dass es immer sinnfull Und ich denke als Patient kann man sich dann auch sicher sein, dass wenn mir zwei Leute geraten haben unabhängig voneinander.

00:04:42: Dass ich wirklich nur von der fachlichen Expertise beraten werde und vielleicht nicht noch von den persönlichen Motiven die jeder Arzt vielleicht auch ein bisschen für sich hatte.

00:04:52: Dann hören wir mal was Professor Dr.

00:04:54: Tobias Renkowitz dazu sagt.

00:04:56: Der hat nämlich natürlich eine Meinung zu der Frage ob es sinnvoll ist eine verpflichtende Zweitmeinung einzuholen aber nicht nur das!

00:05:04: Professor Dr.

00:05:05: Renkawitz ist ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie, der Universität Regensburg am Asclebius-Klinikum Bad Abach und er ist Vizepräsident des Berufsverbandes für Orthopaedie und Unfallschirurgüe.

00:05:16: Und ich freue mich sehr, dass er gleich in meinem Podcast ist.

00:05:19: Mein Name ist Lucia Schmidt.

00:05:21: Ich bin Medizinerin und Redakteurin in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

00:05:26: Bevor wir starten sage ich erst mal Danke!

00:05:28: David, danke dass du deine Gedanken wieder mit mir geteilt hast und bis demnächst.

00:05:33: Mach's gut!

00:05:37: Künstliche Hüftgelenke werden in Deutschland über zweihundertzwanzig tausendmal im Jahr eingesetzt.

00:05:43: Das ist ehrlich gesagt wirklich sehr häufig wenn man sich mal überlegt wie viel das an einem Tag im Jahr sein müssen.

00:05:50: Viele sind der Meinung diese Operationen werden in deutschland viel zu oft gemacht andere halten dagegen.

00:05:55: Die Hüfte trägt bei jedem Schritt ein mehrfaches des Körpergewichtes, wenn sie Schmerz und im Alltag einschränkt dann geht wirklich Lebensqualität verloren.

00:06:03: da muss gehandelt werden Wie man entscheidet ob eine Hüftprothese für einen selbst die richtige Option ist?

00:06:10: Und welche Medizin folgen das hat oder auch nicht hat und vor allem auch welche Vorbereitung ein solcher Eingriff braucht.

00:06:18: Darüber will ich heute sprechen, und zwar mit Professor Tobias Renkawitz.

00:06:22: Er ist ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie der Universität Regensburg am Asclebius-Klinikum Bad Abach.

00:06:30: Und er ist Vizepräsident des Berufsverbandes für Orthopaedie und Unfallschirurgien.

00:06:34: Ich freue mich sehr, dass er heute hier bei mir im Podcast mein Gast ist!

00:06:38: Herr Prof.

00:06:42: Hier sind ja absolute Experte und ich habe eben schon so Zahlen in den Raum geschmissen von zweihundertzwanzig Tausendmal im Jahr.

00:06:50: Und mehr werden künstliche Hüftgelenke bei uns in Deutschland eingesetzt.

00:06:55: Damit gehört das in Deutschland zu den häufigsten Operationen, auch im Vergleich mit anderen Ländern sind wir – ich hab irgendwo gelesen – Europameistern dieser Disziplin Und es wird immer wieder diskutiert, warum ist das eigentlich so?

00:07:10: Warum werden hier in Deutschland so wahnsinnig viele Hüftgelenke eingesetzt.

00:07:15: Mit der Frage will ich einsteigen.

00:07:17: Was ist denn Ihre Meinung dazu?

00:07:19: Also Frau Schmidt gleich von weg.

00:07:20: diese Frage ist berechtigt die Statistik stimmt und Sie haben es ja gerade auch schon gesagt.

00:07:25: natürlich liegt es nicht daran dass die deutschen Hüftegelenkel Kniegelenkes Schultergelenken sind ja viele Kunstgelenkle betroffen kränker sind als anderen Gelenke in Europa.

00:07:36: Man muss wirklich sagen, dass wir im positiven Sinne noch ein Gesundheitssystem erst mal haben das tatsächlich unseren Patientinnen und Patienten Versorgungsstrukturen bietet.

00:07:46: Das ist in anderen Ländern nicht so.

00:07:47: es gibt Länder bei denen bei diesem Eingriff lange Wartezeiten teilweise mehrere Jahre vorhanden sind.

00:07:53: Das is aber für Patienten dann häufig belastend weil sie vielleicht im Schmerz dann lange auf eine Operation warten müssen die die Lebensqualität verbessern kann.

00:08:02: Der zweite Faktor sind natürlich demografische Faktoren.

00:08:05: Das heißt also, wir sehen schon eine Veränderung der Alterspyramide.

00:08:09: Interessanterweise werden unser Patienten allerdings tendenziell bei dem ersten Angriff immer etwas jünger und das ist der dritte Punkt auch ein bisschen mit der Erwartungshaltung zu tun.

00:08:19: Denn wir sprechen – das werden wir tun über einen erfolgreichen Eingriff, den man aber nicht leichtfertig durchführen darf.

00:08:25: Und dieser Eingrifft bietet natürlich wenn Patienten Einschränkungen haben, neue Möglichkeiten an Lebensqualität.

00:08:32: Und das ist auch etwas was unsere Patienten dann natürlich auch nachfragen.

00:08:36: aber letzter Satz die Indikationstellung und damit werden wir uns sicherlich noch weiter beschäftigen.

00:08:42: Die ist wichtig dass man eigentlich dann nur die Operation durchführt wenn es einfach nicht mehr anders geht.

00:08:49: ja also Ganz schön viele OPs, die da im Jahr stattfinden.

00:08:53: Jetzt sind sie absoluter Experte auf dem Gebiet und um einmal zum Eindruck zu bekommen was für Mengen das eigentlich sind!

00:09:00: Wie viele Hüften haben Sie in Ihrem Leben?

00:09:02: Im letzten Jahr vielleicht auch in der Woche operiert dass man meinen Eindruck hat was das für Zahlen sind.

00:09:08: Also diesen Eingriff sollte man spezialisiert vornehmen.

00:09:11: Und ich habe mich tatsächlich schon in relativ jungen Jahren darauf spezializiert, weil ich das Ganze auch wissenschaftlich begleitet habe, Operationstechniken selbst entwickelt habe und bei mir ist es nicht nur das Knie sondern eben auch die Hüfte.

00:09:24: Ich mache also beides und auch zunehmend Revisionsoperationen als komplexe Wechsel-Operationen.

00:09:30: diese Spezialisierung ist aber wichtig um Qualität zu erreichen und wenn ich nicht gerade Sprechstunde mache dann stehe ich fast täglich im Operationszahl.

00:09:38: Über die Jahre sind da sicherlich über tausend Eingriffe locker zusammengekommen, wenn nicht mehr.

00:09:43: Aber wie gesagt diese Routine, die braucht man einfach um Qualität zu erreichen und wir als Endoportesenzentrum der Maximalversorgung am Universitätsstandort in Regensburg-Bad Abach führen auch über Tausend Grundgelenkersatzoperationen pro Jahr durch.

00:09:59: Viele Patienten stehen bei dieser Hüft... Tab, wie man sagt oder Hüftgelängsersatz, Operation vor der Frage soll ich es wirklich machen.

00:10:06: Weil das ja nicht immer eine lebensnotwendige Operation ist wie in anderen Fällen.

00:10:10: Vielleicht können Sie uns mal einen Blick dann in Ihre Gedanken geben?

00:10:13: Wann raten Sie einem Patienten?

00:10:17: Machen sie's?

00:10:18: Oder auch wann sagen Sie ganz klar, nee, machen Sie es nicht oder machen Sie noch nicht was so?

00:10:23: die Kriterien und der richtige Zeitpunkt, das ist ja soweit ich weiß für Sie ein großes Thema zu sagen.

00:10:28: Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, die einzusetzen aber es muss für den Patienten eine richtige Zeitpunkte sein.

00:10:33: Ja das ist tatsächlich sogar die zentrale Frage.

00:10:36: Ich möchte schon sagen neben den operativen Vereinheiten, die einen natürlich als orthopädischer Kirgirurg begeistern und in dem man dann auch Innovationen erarbeitet.

00:10:44: Aber das ist am Anfang die wichtigste Frage wann ist da richtig Zeitpunkt?

00:10:48: Und dafür ist gleich vorne weg etwas notwendig, was am Anfang auch in der modernen Medizin vergessen wird.

00:10:55: Nämlich das persönliche Gespräch mit den Patienten und die persönliche Untersuchung.

00:11:00: Ich halte häufig von Patienten aus dem ganzen Bundesgewicht dann, die einfach weiter weg sind mal ein MRT im Röntgenbild mit der Frage muss ich operiert werden?

00:11:09: Und meine Antwort ist immer dieselbe.

00:11:11: Und auch unsere Assistenzärztinnen, Assistenzerzte, Erste und Ersten in Weiterbildung wie bei uns ausgebildet werden hören diesen Satz bei der Sprechstunde mindestens fünfmal von mir man operiert kein Röntgenbild.

00:11:21: Das heißt also das Gespräch ist das erste.

00:11:23: und was mich interessiert es zu erfahren.

00:11:25: Wie geht es dem Patienten?

00:11:26: Was für Einschränkungen hat er?

00:11:27: ich frage vier Fragen Bei jedem Patienten.

00:11:30: Ich frage immer Wie ist das Schmerz?

00:11:32: Ist Es ein Schmerzen der bei Belastung ist?

00:11:34: ist Ein schmerz der vielleicht schon in hohe ist oder sogar schon in der nacht auftritt?

00:11:38: Also Mann Wacht auf, die Nachtruhe ist gestört.

00:11:41: Ich fahre nach der Einnahme von Schmerzmitteln.

00:11:43: nimmt man schon täglichen Schmerzen mittel ein oder nur gelegentlich?

00:11:47: viele Patienten nehmen auch keine schmerzmittel ein weil sie es ablehnen oder aus Sorge vor den Nebenwirkungen sagen.

00:11:52: dann aber wenn man mal gezielt nachfragt naja eigentlich müsste ich doch schon fast jeden tag nehmen.

00:11:57: mich interessiert Auch wie die G-Strecke ist.

00:12:00: also wie lang kann man noch normal spazieren gehen?

00:12:03: häufig ist ja auch der Partner oder die Partnerin mit dabei Und wir sind sehr idyllisch am Kurpark gelegen, bei uns im Badavon erfreich.

00:12:09: Wenn Sie beide hier jetzt durch den Kurpark spazieren, zwanzig Minuten geht das noch schmerzfrei und alles was so unter einer halben Stunde ist deutet schon daraufhin dass die Arthrose weit fortgeschritten ist.

00:12:19: und dann gibt es eine vierte und zentrale Frage was eigentlich alles zusammenfasst und die ist einfach nämlich das Thema Lebensqualität.

00:12:26: Ist man an einem Status oder in einem Status?

00:12:29: Dass man sagt Das ist für mich keine Lebensqualität mehr So möchte ich nicht mehr weiter.

00:12:34: und tatsächlich noch eine Frage, die sich dann nicht anschließt.

00:12:37: Sondern eigentlich immer an erster Stelle steht.

00:12:40: was mich am Anfang natürlich auch interessiert ist, das wurde bisher an Maßnahmen durchgeführt also Nicht operative sogenannte konservative Therapie-Maslamen, Kramgenastik, Kälte, Wärme und viele andere Dinge mir.

00:12:52: Das ist für mich wichtig dass all das ausgeschöpft ist.

00:12:56: Interessant, dass Sie gesagt haben.

00:12:56: Das war ja sehr griffig, dass man sich diese vier Fragen auch selbst stellen kann in dem Moment wo man in die Situation kommt.

00:13:04: Ich würde da gerne noch einmal nachhaken damit das nicht so fachlich bleibt.

00:13:10: Lebensqualität ist immer eine sehr individuelle Bewertung.

00:13:14: Jetzt haben sie schon gesagt, zwanzig Minuten gehen ist für sie etwas also wenn es nicht mehr gehen würde wo sie auch objektiv sagen oder dass es echt im Alltag eigentlich nicht mehr zu machen von den anderen Punkten, Wo kann ich selbst merken oder gibt es noch weitere Punkte, so ganz praktisch aus dem Alltag wo ich merken kann?

00:13:32: Jetzt wird's Zeit.

00:13:33: Also nachts nicht mal schlafen.

00:13:36: Ja aber verschwitt genau das ist sehr individuell.

00:13:39: also die Frage die stellen ist absolut nachvollziehbar Aber was Lebensqualität für einen persönlich bedeutet dass liegt tatsächlich im Ermessen des Patienten der Patientin.

00:13:50: Es gibt Patientinnen und Patienten von mir, die sagen Mensch für mich ist es noch vollkommen okay.

00:13:54: Ich möchte mein Garten versorgen ich möchte um ein Haus herum arbeiten und dann habe ich sehr anspruchsvolle Patienten, die kommen und sagen, ich bin jetzt wieder in Südtowolwandern gewesen und ich konnte den Zweitausender nicht machen und hab so Schmerzen beim Bergauf-und-Berg abgehend.

00:14:08: man muss es individuell genauso wie unsere Operationstechnik personalisiert individualisiertes.

00:14:13: Genauso ist auch das Erwarten und die Erwartungshaltung an diesen Eingriff sehr individuell.

00:14:19: Und das gilt es eben in einem Gespräch genau zu finden, da bin ich voll bei Ihnen.

00:14:23: Lebensqualität lässt sich nicht an einem Maß festhalten.

00:14:27: man kann nicht sagen also zwanzig Minuten gehen noch oder geht nichts sondern Es geht um das Gespräch.

00:14:32: Also es geht wirklich um das Gesamtbild und dazu muss man als Ärztin als Arzt den Patienten untersuchen mit ihm reden und muss verstehen was kann man denn tun, um diese Patientin diesen Patienten zu unterstützen.

00:14:45: und ist die Operation der richtige Schritt?

00:14:47: Ja.

00:14:48: Bevor wir dazu kommen zu dem Schritt wenn man sich für die Operation am Ende entschieden hat was das dann alles mit sich bringt das würde ich auch gerne mit ihnen besprechen möchte ich nochmal einen ganz kurzen Schritt zurückgehen.

00:14:59: sie haben eben schon gesagt wenn die Arthrose dann fortgeschritten ist.

00:15:02: vielleicht können wir noch mal sozusagen an den Anfang des ganzen Problems gehen.

00:15:06: wie also was sind denn die Ursachen oder die Indikation neben der Lebensqualität.

00:15:11: Das ist rein Medizinig.

00:15:12: für einen Hüftersatz, also Atrose ist das häufigste oder Krankheitsbild und Unfall wahrscheinlich?

00:15:19: Oder vielleicht können Sie dazu noch was sagen, was passiert da eigentlich im Gelenk?

00:15:22: Ja, also atrose ist tatsächlich genauso wie die Osteoporose eine Volkskrankheit.

00:15:27: Atrose, der Geling verschleißt ganz einfach.

00:15:29: Der Gelingknobbel, der ja in unserem Geling dafür sorgt, dass sich unsere Gelenke gut bewegt.

00:15:34: Der kann sich verändern, degeneriert, er baut sich ab.

00:15:39: Knorpel ist ein fantastisches Gewebe, aber er hat biologisch leichte Einschränkungen.

00:15:44: Er wird zum Beispiel nicht durchblutet und hat keinen Lymphabfluss und auch keine Versorgung mit Nerven.

00:15:50: Und das heißt, Knorpels selber hat keine eigene Wiederherstellungsregenerationsfähigkeit.

00:15:55: Er kann also nicht wieder von selbst wachsen wie bei einer anderen Gewege, z.B.

00:16:00: bei der Haut haben wo wir dann entsprechende Regenerationsprozesse haben, Heilungsprozese haben.

00:16:05: und das macht den Knorpel natürlich dann auch anfällig bei Verletzungen.

00:16:10: Sie haben es gerade erwähnt zum Beispiel nach Sportverletzung in jungen Jahren oder auch bei Fehlstellungen oder auch beim falschen Ernährungsgewodenheiten tatsächlich ein gewisser Zusammenhang bei zu hohem Körpergewicht geht.

00:16:22: Das macht den knorpel eben anfälligt dafür dass er sich abbaut, verschleißt und am Ende der Arthrose letztendlich großflächig abgelöst ist.

00:16:33: Und jetzt haben sie gesagt, da wird man ja auch hellhörig heute.

00:16:36: Osteoporose und eben Verschleiß.

00:16:39: Da kommt in unserer Longivity-Gesellschaft direkt der Gedanke hoch.

00:16:43: Ja kann ich vielleicht bevor es überhaupt so weit kommt mit der Adrose schon irgendwas machen um es zumindest soweit wie möglich nach hinten zu schieben?

00:16:52: Was können Sie da weitergeben an die Zuhörerinnen und Zuhöhrer?

00:16:55: Also erstens, was gibt es präventiv.

00:16:57: Was ist bewiesen?

00:16:58: Und zweitens in unserer heutigen Zeit liest man ständig auch von lauter Dingen wie man vielleicht einnehmen sollte.

00:17:04: Heloroden, Säure, Spritzen, Collagenen – alles super für die Knochen!

00:17:09: Vielleicht können sie eine kurze Einordnung machen.

00:17:11: Was macht wirklich Sinn und wo gibt es zumindest keine Evidenz?

00:17:16: Ja, auch das ist ne Frage mit der ich ganz häufig in meiner Sprechstunde konfrontiert werde.

00:17:20: zu fangen.

00:17:21: Völlig menschlich nachvollziehbar viele Patienten, wer lässt sie schon gerne operieren?

00:17:25: Der Gedanke daran ist nicht angenehm.

00:17:26: Das kann ich.

00:17:27: Wo wollte ich das fast täglich machen?

00:17:28: Total gut nachvollziehen!

00:17:30: Also sucht man nach Alternativen.

00:17:33: Ich muss ein bisschen enttäuschen.

00:17:34: es gibt leider nicht die Wunderpille oder die Wunderspritze wo der Knobbel dann wie von selbst wieder wächst, wo man sagt Mensch toll dass mag irgendwann... ich befürchte wir werden's nicht mehr erleben aber irgendwann in ganz ganz weiter Zukunft mags das vielleicht mal geben.

00:17:48: man forscht intensiv auch an diesem Thema.

00:17:50: Im Moment ist es tatsächlich so, dass vieles auf dem sprichwörtlichen Markt – Sie haben jetzt gerade die Nahrungsergänzungsmittel angesprochen.

00:17:58: Dafür gibt's im Prinzip keinen oder allenfalls wirklich nur schwachen belegbaren Nutzen.

00:18:03: Wir sprechen hier von der evidenzbasierten Medizin.

00:18:06: Ich darf die evidenzbasierte Medizin in der Automobilien-Unfallkirurgie als eine von vielen seit einigen Jahren auch begleiten und mitgestalten innerhalb unserer Fachgesellschaft.

00:18:15: Deswegen ist es mir schon ein Grundsinn anliegen, dass wir in unserem Fach tatsächlich nur das einsetzen was einen Nutzen für unser Patienten hat.

00:18:22: allerdings Das war der zweite Teil ihrer Frage Es gibt auch in einem Frühstadion der Arthrose oder einer mittleren Stadion der arthrose auch niedergelastene Kollegen.

00:18:33: Kollegen in Kliniken, die beispielsweise mit Gelenkspritzen, Hyaluronsäure hatten Sie angewendet.

00:18:38: Mir von guten Erfahrungen berichten.

00:18:41: auch dieser Teil der sogenannten Erfahrungsmedizin ist wichtig.

00:18:45: Auch da gibt es zwar was die harte Evidenz betrifft keinen ganz Hundeprozentigen Nutzen aber ich habe schon immer wieder Patienten, die sagen sie haben sich dadurch wirklich noch Zeit gewonnen.

00:18:57: Sie haben dadurch einen Lebensqualitätsgewinn.

00:19:00: Wichtig ist der Stadium.

00:19:01: Es geht darum, dass man das Stadium der Atrose erkennt.

00:19:04: in einem frühen Stadium mag es sinnvoll sein diese Dinge noch einzusetzen.

00:19:08: In einem späteren Stadion zum Beispiel wenn der Knorpel schon komplett verschwunden ist wäre sogar falsch wenn man da noch Spritzen ins Gelenk macht denn dann wäre Das Infektrisiko viel zu hoch für einen möglicherweise nachfolgenden Eingriff.

00:19:21: also auch hier individuell stadium angepasste Therapie

00:19:27: Ja, auf dem Weg zur Operation dann.

00:19:29: Also wenn man sich doch dahin befindet als Patient ist es so dass man schon länger ein Anspruch auf eine sogenannte Zweitmehnung hat.

00:19:36: das kommt eben davon weil immer mal wieder im Raum steht das wird zu viel operiert, operieren in Deutschland.

00:19:43: was wir am Anfang gesagt haben, dass da nochmal so einen Fokus drauf gelegt wird und genau aus diesem Grund gibt es jetzt ab zwei tausend siebenund zwanzig also aller Voraussichten nach der neuen Gesundheitsreform eben Also eine verpflichtende Zweitmeinung.

00:19:56: Ich kann mir nicht nur überlegen, hol ich mir die einen?

00:19:58: Sondern tatsächlich muss sie eingeholt werden damit diese Operation am Ende bezahlt wird von den Krankenkassen.

00:20:04: Das betrifft ja wahnsinnig viele Menschen wenn wir überlegen wie viele OP-Stars sind, die dann in der Zweit Meinung einholen müssten ab twenty-sevenundzwanzig.

00:20:12: Ordnen Sie das doch mal bitte für die Patienten ein.

00:20:15: was heißt das, wie sinnvoll ist das, Wie gehe ich davor?

00:20:19: Ja... Was für ein Wert sehen Sie darin?

00:20:23: Da haben Sie vollkommen recht, diese Gesetzesvorlage gibt es bzw.

00:20:26: diesen Gesetzestext gibt es.

00:20:28: Man muss einschränken und sagen was jetzt diese Feinheiten dieser das ist ein sehr aktuelles Thema Diese Feinheit wie das ganz genau dann letztendlich in die Realität umgesetzt werden soll?

00:20:39: Die sind noch nicht vollständig klar.

00:20:41: deswegen kann ich jetzt einen Ersteindruck schildern.

00:20:43: Und sie haben vollkommen Recht bei Blick zurück eigentlich gibt es dieses Zweitbeindungsverfahren schon uns auch für die Indikation der Hüftadrose schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich.

00:20:52: Man hat damals völlig richtigerweise gesagt, also wenn so eine Operationsindikation gestellt worden ist dann haben gesetzlich krank versichertet in Anspruch bei einem sogenannten Zweitmeiner sich doch bald unabhängig eine Meinung einzuholen ist die Operation überhaupt notwendig und dafür gab es auch schon dann für den Zweit-Meiner eine entsprechende Vergütung.

00:21:12: eigentlich ein sehr Folgreich ist ein wichtiges Verfahren.

00:21:15: Wir haben unabhängig davon beispielsweise bei uns an unserer Hochschulambulanz in der Universitätsautopädie im Bad Abach eine eigene Zweitmeinungssprechstunde eingeführt, um genauer diesen Menschen auch zu helfen die Beratungen durchzuführen.

00:21:27: jetzt neu von ihnen angesprochenen in einer aktuellen Gesetzesvorlage ist die Pflicht zur Zweit Meinung.

00:21:33: was man damit bewirken möchte ist dass man eben aufgrund bereits eingangs geschilderten Situationen noch kritischer hinschauen möchte vom Gesetzgeber und sagt, jeder Mensch in Deutschland der eine verpflichtende oder eine eine eine Operationslegation hat muss davor nochmal eine Zweitmeinung einholen.

00:21:53: Ansonsten wird das Krankenhaus an dem der Eingriff dann durchgeführt wird keine Vergütungen dafür erhalten.

00:22:00: Das hat also eine große Relevanz.

00:22:01: Man startet mit zwei Indikationen, zwanzig siebenundzwanzig und dann sollen jährlich weitere Indikations dazukommen.

00:22:09: Also das ist nichts was jetzt...

00:22:10: Also Indikacion heißt um kurz zu erklären nicht nur die.. Nicht nur bei dem Hüft-Tab soll es so sein sondern Sie meinen es gibt noch weitere wo dann diese Verpflichtung dazu kommt?

00:22:18: Richtig

00:22:18: richtig!

00:22:19: Also in Diskussionen sind Eingriff an der Wirbelsäule, in Diskussion sind auch der künstliche Kniegelängsersatz und dann auch noch andere möglicherweise oder sicher auch nicht orthopädische IndikATIONe.

00:22:29: Und ich bin sehr kritisch.

00:22:32: Ich bin sehr kritisch, was diese Gesetzesvorlage betrifft, denn wir haben eigentlich ein bereits gut existierendes Zweitbeinungsverfahren.

00:22:38: und noch wichtiger Wir haben für dieses Thema das Kunstgelingsersatz der Sanktion Hüfte in Deutschland ein gut funktioniendes System an zertifizierten Endopothesenzentren.

00:22:48: Es wurde von der Fachgesellschaft etabliert Das ist seit vielen fehlenden Jahren sehr erfolgreich wo spezialisierte Zentren ausgewiesen werden, die auch übrigens regelmäßig von externen Gutachtern besucht werden überprüft werden.

00:23:00: Wo Ergebnisqualität gemessen wird?

00:23:01: Wo Patienten dann auch befragt werden.

00:23:03: also das gibt es eigentlich schon und da gibt es klare Kriterien für diese Zentren.

00:23:09: Man hätte das nach meiner Meinung sehr gut nutzen können hat man nun nicht getan.

00:23:14: Nun müssen wir sehen wie wir damit umgehen.

00:23:16: meine Sorge ist Wir haben ja sehr viele lebens erfahrene Patientinnen diesen Eingriff dann auch benötigen.

00:23:22: Die müssen nun schauen, wo sie sich irgendwo eine Zweitmeinung dann organisieren.

00:23:27: Die Hausärzte werden im Moment sehr stark belastet.

00:23:30: die Facharztpraxen haben lange Wartezeiten.

00:23:33: Ich frage mich da wer soll diese Zweitmannung überhaupt gestalten und gelassen wir unsere Patienten da nicht noch zusätzlich?

00:23:40: also ich hätte mir gewünscht dass man bei diesen etablierten Qualität-Initiativen bleibt.

00:23:46: Also dann muss ich einmal kritisch nachfangen.

00:23:48: Mir leuchtet das total ein.

00:23:49: was Sie sagen finde auch logisch.

00:23:52: Jetzt mal von der anderen Seite geguckt.

00:23:53: Sie haben gesagt, das gibt es schon ganz lange.

00:23:56: wenn jetzt von der Politik der Eindruck ist dass das ja der Grund wir müssen das trotzdem verpflichtend machen könnte dahinter stehen Wir haben den Eindruck oder aus vielen Zahlen die uns belegen das wirklich eine Zweitmeinung eingeholt wurde also effektiv sozusagen.

00:24:09: das auch einmal dann gesagt wurden ist nicht als ich hier werde die Indikation zu schnell gewesen oder so.

00:24:14: was ist denn Ihre Erfahrung, also haben Sie das Gefühl die Menschen haben auch ohne Verpflichtung und auch die Ärzte eine Zweitmeinung angeboten.

00:24:22: Und auch wahrgenommen?

00:24:23: Also deswegen ist es Quatsch, es zur Pflichten zu

00:24:25: machen?

00:24:26: Also grundsätzlich die Intention des Gesetzgebers kann ich sehr gut nachvollziehen und ich möchte dass den Grunde nach, dass die Zweit Meinung gestärkt wird auch überhaupt nicht kritisieren.

00:24:34: bitte verstehen sie mich nicht falsch aber der Unterschied ist genau die Kannlösung.

00:24:39: also das Recht wurde jetzt zu einer Pflicht Das gesetzliche Recht, also der Patient konnte selber entscheiden.

00:24:46: Möchte ich eine Zweitweine oder auch nicht?

00:24:49: Und jetzt muss er und das ist eben der kleine aber feine Unterschied.

00:24:53: Und natürlich haben Sie recht, dass sicherlich der Gesetzesgeber auch eine Intention hat, dass auch er und es sage ich auch nochmal zu recht kritisch auf diese hohen Eingriffszahlen blickt und sagt Da wünschen wir uns nochmal eine Sicherheit und wir wünscht uns auch noch mal eine Verringerung der Versorgungszahlen.

00:25:12: Das ist ja auch klar ausgesprochen, das kann ich wie gesagt auch rössenschaftlich nachvollziehen.

00:25:18: nur mir geht es immer darum am Ende des Tages geht es nicht darum unsere Patienten dadurch zusätzlich zu belasten.

00:25:25: Jetzt neben diesen Gesetzen, die kommen werden oder dem Gesetz was kommen wird, arbeiten Sie auch einer der neuen Leitlinien mit.

00:25:32: Also jetzt wechseln wir mal nicht auf die gesetzgeber Seite sondern auf die medizinische.

00:25:36: Leitlinen sind ja etwas wo eben Evidenz basiert und nach neuestem wissenschaftlichen Stand geguckt wird.

00:25:42: Wird eine Erkrankung noch genau so behandelt wie sie sollte?

00:25:45: Oder gibt es Veränderungen?

00:25:47: Können Sie da schon was erzählen ob's da auch beim Hüftgelängsersatz interessante und wichtige Neuerungen in den Leitlingen für die Patienten gibt?

00:25:54: Ja, das stimmt.

00:25:55: Wir arbeiten dort gerade eine neue Leitlinie COX-Artrose also die Artrose des Hüftgelenkes.

00:26:01: sie wird unter Federführung von Herrn Doktor Meister und Professor Alter strukturiert.

00:26:05: ich bin einer von vielen vielen die dort auch sich beteiligen mitarbeiten.

00:26:10: aber das ist wie gesagt ein sehr großer Kreis.

00:26:13: diese Leit Linie ist noch nicht publiziert insofern Es ist so, dass noch nicht die offizielle Empfehlung vorliegt.

00:26:18: Aber man muss einmal natürlich verstehen diese Leitlinien werden kontinuierlich neu erarbeitet aber sie werden auch aktualisiert.

00:26:25: wir haben ja neue Operationsverfahren Wir haben digitale Technologie die auch in die Operationsziele eingezogen ist.

00:26:31: und da es gut das man regelmäßig und mit großem Aufwand sich gemeinsam die wissenschaftliche Datenlage ansieht Was hat einen echten Nutzen?

00:26:40: Evidenzbasierte Medizin ist das Schlafwort.

00:26:42: Was kann man tatsächlich für die Anwendung empfehlen, wo können wir auch Hinweise geben?

00:26:47: und die Indikationsstellung, die ich gerade ein ganz genannt hatte, die ist natürlich mit dabei Und deswegen ist es gut und richtig diese Leitlinien, in denen viel Aufwand verbunden ist regelmäßig aufzustellen.

00:26:59: Jetzt haben Sie gerade das Wort Digitalisierung in den OP eingezogen, glaube ich.

00:27:03: So haben sie es genannt gesagt.

00:27:04: Was meinen Sie damit?

00:27:06: Ist das Richtung noch mehr minimalinvasiv?

00:27:09: ist das schon an Robotik gedacht?

00:27:10: Keine Ahnung nutzen Sie demnächst KI um uns zu operieren?

00:27:14: also vielleicht können Sie da nochmal drei Worte zu sagen.

00:27:16: wie ist denn der Stand des der Operationstechniken?

00:27:21: Der Stand ist sehr dynamisch im Bereich der Endoproteidig also nicht nur im Bereich des Hüftgelenkes oder bereits des Kniegelenkens ganz allgemeinen Schulter.

00:27:28: Das ist ein sehr dynamischer Bereich, weil sich die computerassistierte Orthopedy hier ganz intensiv in den letzten Jahren weiterentwickelt.

00:27:36: Persönlich nutze ich beispielsweise Navigationstechnologie seit fünfzehn Jahren also das ist etwas was wir seit langer Zeit haben.

00:27:43: das hat es aber nicht in die große Verbreiterung geschafft.

00:27:47: das heißt also dass waren nicht so ganz viele Anwender sondern das war eine relativ kleine Kreis am Ende Weil es natürlich, und das ist nun mal auch so die digitale Operationstechnik den Aufwand der Operation immer etwas erhöht.

00:27:59: Wir wollen kurz abholen wer gar nicht keine Ahnung hat navigiert bedeutet

00:28:03: also man muss sich das so verstellen Computer Assistierte orthopädie bedeutet dass man eine Art Computersystem im Operationshalt Navigation heißt.

00:28:11: über Infrarot Phänomene gelingt Es ein dreidivirtuelles Modell zu erzeugen was der Operateur dann auf einem großen Monitor neben seinen Operations Test steht platziert und vorbereitet, dann auch zum Beispiel am Klochen arbeitet.

00:28:26: Dann kann er das eben kontrollieren durch den Computer sehr präzise und auf den Millimeter und auf das Grad genau.

00:28:33: Das ist fantastisch.

00:28:34: aber wie gesagt der Aufwand ist erhöht und deswegen hat es sich nicht so durchgesetzt dass man sagt jede Klinik konnte das anbieten.

00:28:42: Und jetzt gibt es eine logische Weiterentwicklung der Navigation.

00:28:45: Das sind die Robotik und da werde ich immer gefragt sofort ja operiert mich in Zukunft ein Roboter?

00:28:49: und die Antwort ist nein.

00:28:50: Die Robotik Weiterentwicklung der Navigation, wo jetzt Operationswerkzeuge in einen art robotischen Assistenzarm eingespannt werden können und dann die Operationsschritte sozusagen live von den Echtzeit kontrolliert sehr sauber, sehr präzise dann durchführbar sind.

00:29:06: Und auch dieses Thema der personalisierten Orthopädie also die individuellen Operationstechniken umgesetzt werden können.

00:29:12: aber Man muss diese Dinge bewirken, man muss schauen haben.

00:29:16: Diese Dinge einen echten Patienten nutzen und das sind Themen der digitalen Technologie die wir in unseren Operations Seelen letztendlich täglich jetzt schon sehen.

00:29:25: ich bin ein großer Anhänger dieser Technologie weil ich einfach weiß dass die Präzision höher ist, die Patientensicherheit ist höher.

00:29:32: was noch umgeklärt ist, ist der Patient nutzend?

00:29:35: Was sind noch wissenschaftliche Ausarbeitungen im Studium notwendig?

00:29:39: Das heißt ja musst ihr also schon mal einen durchaus Interessanten Punkt genannt, wenn ich jetzt mich entscheiden muss wo und wie lasse ich mich operieren.

00:29:46: Sie sind durchaus ein Befürworter der Technik mal ganz natural gesagt weil wir da präziser arbeiten können.

00:29:53: also finde ich einen interessanten Punkt.

00:29:56: Jetzt ist ja bei der oder es geht in der Chirurgie insgesamt aber auch in der orthopädischen Chirurge immer mehr dahin dass man sagt Na ja, der Patient kann auch ganz schön viel dazu beitragen.

00:30:06: Dass die Operation gut verläuft und dass sie vor allem effektiv verläuft und auch eine gute Heilung stattfindet.

00:30:11: Daher gibt es ganze präoperative Verfahren jetzt.

00:30:15: Und ich soweit ich weiß spielen die gerade bei der Hüfte weil das eben eine gut planbare OP ist man sich gut darauf vorbereiten kann in den selten Fällen.

00:30:22: Eine Notfalloperation ist ne ganz große Rolle.

00:30:25: können Sie dazu noch mal was sagen?

00:30:27: Was ich als Patient sozusagen vor der OP mit dem Krankenhaus gemeinsam mit meinem Hausarzt gemeinsam machen kann Fitt für die OP-Bin?

00:31:02: sollten schon darauf achten, ob es auch Möglichkeiten gibt.

00:31:05: Gerade wenn dann der sogenannte BMI also der Body-Mars-Index Körpergewicht und Körpergröße werden dort in Relation gesetzt, das dir ein gewisses Maß nicht überschreitet, dann lohnt es dann auch vorweg eine Ernährungsprogramm vielleicht nochmal umzusetzen sich gesund zu ernähren.

00:31:21: Körpergewichts ist etwas dass tatsächlich auch Risiken für eine Operation erhöhen kann Auch Blutarmut eine sogenannte Anämie Auf jeden Fall vermeiden.

00:31:30: Das kann man auch im Vorfeld, das tun wir regelhaft verbessern durch spezielle Infusionen, die es noch gibt oder Eisenpräparate.

00:31:37: All das ist erst mal eine gute Vorbereitung und Risiken zu vermeiden.

00:31:40: aber Patienten können mehr tun.

00:31:42: Wir haben eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema der Prehabilitation beschäftigt.

00:31:47: Das heißt wie entwickeln wissenschaftlich basierte Bewegungskonzepte, die unsere Patienten kostenlos bekommen ausgearbeitet?

00:31:55: Und dieses Training vor der Operation hilft, dass Patienten danach dem Eingriff schneller wieder auf die Beine kommen.

00:32:01: Ja, schneller auf die Weine ist ein guter Stichpunkt weil ich immer wieder erlebe das gerade bei diesen Gelenksoperationen und sie sagen ja das sind oft auch wirklich... betagte Menschen schon, dass sie immer alle inklusive der Angehörigen völlig überrascht sind.

00:32:15: Wenn das heißt ein Tag später kann man schon wieder aufstehen und man muss schon wieder Bewegungen machen.

00:32:20: also sozusagen es geht alles ganz fix.

00:32:22: ich glaube wenn ich mich nicht täuche ist dieser Betrieb des Fast Tracks mittlerweile rund um die OP und auch innerhalb der OP.

00:32:30: vielleicht können Sie das nochmal sagen weil ich glaube das begegnet auch vielen Patienten.

00:32:34: Fragen zu diesem Bereich.

00:32:36: Ja, also das ist genau wie Sie es geschildert haben.

00:32:39: Etwas was sich schon als Docknenwechsel gezeigt hat ich kann mich noch erinnern als ich noch Assistenzarzt war.

00:32:45: Das sind die Patienten noch lange Zeit im Bett gelegen.

00:32:48: des Gelenk musste sechs Wochen teil belastet werden man dürfte nicht voll draufsteigen.

00:32:52: Also viele Einschränkungen.

00:32:53: heute ist es bar und so unsere Patienten die wir in der Früh operieren stehen mit den Physiotherapeuten bereits am Nachmittag zum ersten Mal schmerzfrei auf uns zwar Und dass ist die Besonderheit auch die lebenserfahrenen Patienten und zwar gerade die.

00:33:05: Denn wir wissen, je länger auch gerade die älteren Patientinnen und Patienten inaktiv sind, desto höher sind das Risiko für Proposen, für Embolien und für andere Nebenwirkungen.

00:33:15: Das wollen wir nicht und das funktioniert aber nur im Team.

00:33:19: Der Operateur muss natürlich durch sein Operationsverfahren muskelschonend blutarm operieren minimalinvasiv ist der Schlagwort.

00:33:26: dafür sorgen Der Anästhesist braucht die richtige Narkose, die Vorbereitung muss richtig sein und wir arbeiten multiprofessionell.

00:33:34: Das heißt, wir haben bei uns beispielsweise speziell ausgebildete Pflegende, speziell ausgebildete Physiotherapeuten und für unsere lebenserfahrenen Patienten war uns beispielsweise auch ein Geriathe also einen Altersmediziner-Internis der genau jeden Patienten individuellenisiert betreut und nur dann funktionieren es.

00:33:52: Wenn man ihn zu hat, dann denkt man sich natürlich auch wenn ich jetzt vor so einer OP stehe.

00:33:55: Dann gehe ich doch am besten direkt zu ihnen weil das klingt alles wahnsinnig gut organisiert und durchdacht.

00:33:59: nicht jeder kann jetzt zu ihm kommen.

00:34:01: deswegen nochmal an sie die Frage welche Fragen sollte Ich der Klinik stellen?

00:34:07: also jetzt keine individuell persönlichen oder an die klinik Stellen formuliert vielleicht lieber so um für mich Die richtige klinique zu finden und auch ein gutes aufklärungsgespräch was sind für Sie kriterien bei denen sie sich für eine OP in dieser Klinik entscheiden würden?

00:34:23: Also gleich vorneweg möchte ich sagen, wir haben einen sehr hohen Behandlungsstandard, Qualitätsstandard für diese Eingriffe in Deutschland.

00:34:30: Und vorhin schon erwähnt meine Empfehlung ist sich den zertifizierten Endoprothesen-Zentren bei diesen Zentren vorzustellen.

00:34:39: Die gibt es als Basis und als Maximalversorgungsstufe.

00:34:43: das kann man im Internet sehr leicht recherchieren.

00:34:45: Diese Zentren sind wie gesagt in einer gewissen Qualitäts- und Prozessqualität verbunden.

00:34:52: Und sie werden regelmäßig objektiver überprüft, die Operateure, die die Eingriffe durchführen, werden auch überprüfen.

00:35:00: Das ist völlig egal, ob Sie Deutsch-Arzt oder Facharzt sind.

00:35:03: Ich habe genau diesen Qualitäterskriterien zu erfüllen beispielsweise Fortbildungsmaßnahmen, die ich dann auch gesuchen muss als eine meiner Oberärzte.

00:35:11: Da gibt es auch richtigerweise keinen Unterschied.

00:35:13: Und ich glaube diese Qualitäteninitiative ist wertvoll Und da ist man, glaube ich, hat man gute Ansprechpartner.

00:35:19: Aber das Wichtigste ist immer auch das Gespräch und wenn Sie gutes Gefühl haben bei Ihrem Operateur, bei Ihrer Operatörin, wenn die Ihnen gut erklärt warum und wieso eine Operation notwendig ist und Sie ein gutes Gefühl in dem Krankenhaus haben dann sind sie sicherlich auch in guten Händen.

00:35:36: Sie haben vorhin gesagt, sie operieren zunehmend auch Wechsel-Operation.

00:35:40: Das heißt ja dass jemand schon ein künstliches Hüftgelenk hatte und jetzt eben das zweite bekommt im Leben.

00:35:47: Meine Frage zielt dahin was ist denn die Prognose wenn ich mich für eine OP entscheide?

00:35:54: Also was kann ich erwarten?

00:35:55: wie lange hält dieses Gelenk?

00:35:58: Und habe ich danach wirklich keine Schmerzen mehr gewonnen?

00:36:02: Lebensqualität?

00:36:05: Ich weiß, sie kann keine persönliche Aussage machen.

00:36:07: Aber Sie werden ja einen Erfahrungswert haben wie viele Menschen sehr zufrieden und ohne Schmerzen aus den Kliniken kommen?

00:36:14: Ja also der erste Teil ihrer Frage bedingt in Zeiten natürlich ist es wichtig um eine Wechseloperation eine Revision möglichst lange zu vermeiden oder gar völlig zu vermeidern dass man den ersten Eingriff präzise und nach dem höchsten Qualitätsstandards durch wird.

00:36:31: das ist schon mal ne wichtige Voraussetzung.

00:36:34: Beim zweiten Punkt, grundsätzlich all die Risikofaktoren, die wir gerade schon besprochen haben.

00:36:42: Die kann man natürlich vor einem Eingriff beeinflussbar minimieren.

00:36:45: also da das Risiko einfach reduzieren.

00:36:48: und Wir haben Haltbarkeiten der Kunstgelenke durch die Verbesserung der Materialien, die heute statistisch zwischen fünfzehn bis zwanzig Jahren liegen.

00:36:58: Und gleichzeitig haben wir aber heute weitere Entwicklungen in der Materialtechnik, zum Beispiel speziell gehärtete Kunststoffe die uns zumindest die Hoffnung geben dass die Haltbarkeit der Kunstgelenke in Zukunft noch länger sein wird.

00:37:10: Also da mache ich dann auch immer Mut weil das ist fast schon der Klassiker wie lange hält denn so ein Kunstgelenk?

00:37:16: und wenn es dann tatsächlich zu einer Wechseloperation kommt?

00:37:19: das sind da haben sie recht große und schwierige und sehr komplexe Eingriffe.

00:37:23: die sind dann auch manchmal notwendig.

00:37:24: aber da gilt genauso wie beim ersten Eingriff darauf muss man spezialisiert sein auch wiederum sehr individuelle Konzepte.

00:37:32: Aber ein großer Teil geht schon bei Ihnen aus der Klinik und hat keine Schmerzen mehr, kann seine Runden wieder laufen?

00:37:37: Ja das ist wissenschaftlich belegt dass es tatsächlich einen Eingriff ist, der Mess bei Lebensqualität zurückgibt, Bewegung, Beweglichkeit und auch Aktivität zurückgewinnt.

00:37:48: Das ist wirklich in großen Studien auch so belegbar.

00:37:51: allerdings trotzdem natürlich gibt es Risiken, natürlich gibt Es auch Komplikationen bei diesen erfolgreichen Eingriffen.

00:37:57: gerade deshalb Es ist gut investierte Zeit, wenn man vor einem Eingriff alle Risiken so gut es geht minimiert und sich bestmöglichst vorbereitet.

00:38:06: Besseres Schlusswort kann ich nicht finden!

00:38:09: Lieber Herr Professor Rinkerwitz vielen Dank dass Sie mein Gast waren und uns da Einblicke in diese Thematik gegeben haben.

00:38:14: Ich glaube es nicht nur die Zahlen zeigen ja das betrifft wirklich wahnsinnig viele Leute in Deutschland.

00:38:19: Herzlichen Dank für den Besuch.

00:38:20: sehr gerne Frau Schmidt

00:38:21: Und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörern, besten Dank fürs Zuhören.

00:38:25: Ich hoffe wenn Sie das interessiert hat dass sie nicht gerade zu viele Schmerzen rund um die Hüfte haben und wenn doch, dass ihnen vielleicht ein paar Infos bei der Entscheidung helfen was sie jetzt tun können.

00:38:37: Ja!

00:38:37: Wenn es Ihnen gefallen hat freue ich mich wenn Sie auch das nächste Mal dabei sind.

00:38:40: dann zu einem ganz anderen aber ebenso interessanten Thema.

00:38:44: Bis dahin alles Gute.

Über diesen Podcast

Der F.A.Z.-Podcast Gesundheit informiert alle zwei Wochen freitags in rund 30 Minuten über alles, was Menschen gesundwerden und bleiben lässt, was ihre Fitness und damit ihr Wohlbefinden steigert. Medizinisches Wissen wird dabei verständlich erklärt, und es wird Anleitung zur Selbsthilfe gegeben. Redakteurin Dr. Lucia Schmidt macht dabei vor keiner medizinischen Fachrichtung Halt und spricht mit Experten aus den Bereichen Gesundheit und Psychologie. Dabei dreht es sich nicht nur um klassische Medizinthemen. Auch Naturheilverfahren, Wellness, Liebe und Beziehungsprobleme sowie Gesundheitspolitik werden regelmäßig thematisiert und diskutiert.

Alle Folgen können sind jederzeit auch hier hören: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-gesundheit-der-podcast.

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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